Erwerb motorisch-funktioneller Fertigkeiten bei schwerer Armparese nach Schlaganfall mit dem PANat-Laptool und den Johnstone-Luftpolsterschienen

Datum: 
22.09.2017 bis 24.09.2017
Zeit: 

9.00 -  17.30 Uhr I 9.00 - 17.30 Uhr I 9.00 - 16.00 Uhr

Anmeldeschluss: 
01.08.2017
Kurspreis: 

Mitglieder:310-- incl. Skriptum und Pausensnacks
Nichtmitglieder:550,-- incl. Skriptum und Pausensnacks

Ziel: 

Die TeilnehmerInnen:

  1. kennen die theoretischen Grundlagen und die Praxis der motorisch-funktionellen Rehabilitation nach PANat 
  2. lernen einige Übungsgeräte vom PANat-Laptool und die Luftpolster-schienen der oberen Extremität kennen 
  3. können diese korrekt applizieren und in aufgabenspezifischen Trai-ningseinheiten einsetzen
Beschreibung: 

Die Stärke des proaktiven Behandlungsansatzes PANat liegt im Evozieren der motorischen Kontrolle, vor allem dann, wenn noch kein aktiver Bewegungsansatz erkennbar ist. Mit Hilfe der low-tech Übungsgeräte vom PANat-Laptool und den Johnstone Luftpolsterschienen wird das spezifische Bewegungslernen frühzeitig möglich. Es geht primär darum, die Entstehung des erlernten Nichtgebrauchs auf ein Minimum zu reduzieren sowie Weichteilverkürzungen, Atrophie, Inaktivitätsschmerzen und Schwellung zu vermeiden und die erreichten motorischen Fähigkeiten in Alltagssituationen zu übertragen.

PANat ist das Akronym von ‚Pro-Active approach to Neurorehabilitation integrating Johnstone air splints and other therapy tools’.  Der Behandlungsansatz orientiert sich an den aktuellen Erkenntnissen über die Bewegungskontrolle und das motorische Lernen. Zu den evidenzbasierten Trainingsmassnahmen gehören: Repetition mit Variation, spezifisches, selbstständiges Üben, Anpassung der Aufgabe an die obere Leistungsgrenze der motorischen und kognitiven Fähigkeiten, Strukturierung der Lernumgebung durch Limitierung der Freiheitsgrade und Reduktion der Eigenschwere der oberen Extremität. Das ‚hands-off‘-Training, das heisst das Erarbeiten der motorischen Kontrolle möglichst ohne manuelle Hilfe der TherapeutInnen ist ein weiterer Schwerpunkt von PANat.

Eine der Schlüsselfragen vom proaktiven Behandlungsansatz ist:  Wie können schwerbetroffene SchlaganfallpatientInnen mit zusätzlichen neuropsychologischen Störungen und somatosensiblen Dysfunktionen selbstständig üben und die Mitverantwortung über ihren Rehabilitationsprozess übernehmen? Wie kann die Motivation zum Eigentraining in der Klinik oder zu Hause langfristig erhalten bleiben? Welche handlungsorientierten Tätigkeiten können konkret im Alltag integriert werden? Reflexionen zu diesen Aspekten fliessen im Seminar ebenfalls mit ein. 

Inhalt: 
  • Einsatz der PANat-Laptool Übungsgeräte sowie der Faustfixations-kappe und der Finger- und Handgelenkextensionsplatte
  • Anwendung der Johnstone-Luftpolsterschienen (Marke URIAS) für die obere Extremität                                                                                                                                                                                                                                                      
  • Bezugsrahmen von PANat, Evidenzbasierte Praxis, Prinzipien der motorischen Kontrolle und des motorischen Lernens
  • Interventionsmöglichkeiten für die Behandlung von Schlaganfallpa-tientInnen mit ausgeprägten Defiziten und niedrigem Erholungspotential
  • Transfer der erreichten Fähigkeiten in den Alltag
  • Strategien zur Verhütung/Behandlung von Kontrakturen der Fingergelenke, der geschwollenen Hand, der problematischen Schulter.
  • Eigentraining mit dem PANat-Laptool
  • Selbsterfahrung: praktische Anwendung der Übungsgeräte und der Luftpolsterschienen
  • Demonstrationsbehandlungen mit PatientInnen durch die Kursleiterin
Zielgruppe: 
  • ErgotherapeutInnen
Fachbereich: 
  • Neurologie
CPD Punkte: 
21
Anmerkungen: 
Bequeme Kleidung sowie wenn möglich Buch: Wälder F., Training mit PANat-Laptool nach Schlaganfall, Erwerb motorisch-funktioneller Fertigkeiten bei schwerer Armparese, Schulz-Kirchner Verlag, 2016, siehe www.panat-laptool.ch und www.panat.info
Teilnehmeranzahl min: 
13
Teilnehmeranzahl max: 
16