Psychotraumata und ihre Folge auf das menschliche Gehirn

Datum: 
29.09.2018 bis 30.09.2018
Zeit: 

9.00-17.00 Uhr

Anmeldeschluss: 
29.07.2018
Kurspreis: 
  • Mitglieder: 360,-- incl. Skriptum und Pausensnacks
  • Nichtmitglieder: 600,-- incl. Skriptum und Pausensnacks
  • Studierende Mitglieder: 305.-- incl. Skriptum und  Pausensnacks
  • Studierende Nichtmitglieder: 360 ,-- incl. Skriptum und Pausensnacks
Beschreibung: 

In jedem Organ unseres Körpers interagieren die Zellen miteinander. Doch in keinem System ist diese Interaktion so komplex, so kritisch, so dynamisch und anpassungsfähig für eine wirksame Rolle, wie im Nervensystem. Dank dieses pausenlosen Austausches zwischen den verschiedenen Nervenzellen gelingt es uns, die Aufmerksamkeit zu steuern, unterschiedliche Informationen wahrzunehmen, Problemlösungen zu abstrahieren und unsere Gedanken in Bewegungen umzusetzen. Erleben und Verhalten sind das Resultat zerebraler Aktivität. Die Komplexität dieser Prozesse wird oft erst deutlich, wenn wir Menschen mit den unterschiedlichen Störungsbildern im Alltag erleben. Die Organisation dieses faszinierenden Systems wird von einem genetischen Programm und von verschiedenen Faktoren des Umfelds beeinflusst. Stress, Demotivation, körperliche und/oder Psychotraumata gehören natürlich zu diesen Faktoren und können die Entstehung oder die schon vorhandenen Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen dramatisch negativ beeinflussen. Der Vortrag zeigt aus neurowissenschaftlicher Sicht auf, wie diese Faktoren die Formbarkeit und Verformbarkeit, also die Plastizität des Nervensystems und seine Funktionen beeinflussen.

Inhalt: 
  • Die drei Reaktionsphasen auf die Psychotraumata
  • Psychophysiologische Reaktionen versus psychosomatische Krankheiten
  • Falsche Erinnerungen: Das Problem ist nicht die traumatische Erfahrung, sondern die traumatische Speicherung der Erfahrung
  • Neurobiologische Grundlagen der Psychotraumata (Emotion, Kognition, Gedächtnisfunktionen, Konditionalisierung der Ängste, das Spiegelneurone-System etc.)
  • Neurobiologie und emotionale Bindung: Veränderungen der synaptischen Struktur und Chemie
  • Stress als Motivator und als neurotoxisches Element
  • Stressoren und ihre Wirkung auf den Hippocampus (Gedächtnis), Frontallappen (emotionale Bewertung, Problemlösung und Handlungsplanung) und Amygdala (Ängste)
  • Die Aktivierung der LC-NA-Achse (Locus coeruleus-Noradrenalin): kontrollierbares Trauma = emotionale und körperliche Stabilitäten
  • Aktivierung der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierendrüsen): unkontrollierbares Trauma und Somatisierung
  • Die Rolle von Cortisol in der Nebennierenschwäche und wie sie durch das Umfeld beeinflusst wird
  • Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin: Veränderungen der Niveaus dieser Neurotransmitter beeinflussen unser Leben dramatisch
  • Darm, Darmbakterien und unsere Gefühle
Zielgruppe: 
  • ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, Studierende der Ergotherapie
Fachbereich: 
  • Geriatrie, Neurologie, Psychiatrie
CPD Punkte: 
16
Teilnehmeranzahl min: 
17
Teilnehmeranzahl max: 
24