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Chancengerecht therapieren: Selbsterfahrung & Praxis für Ergotherapeut*innen

Wann:
06.10.2027 bis 07.10.2027

06.10.2027: 10:00 - 18:00 Uhr | 07.10.2027: 09:00 - 16:30 Uhr

Anmeldeschluss:
Kurspreis:

Mitglieder FB € 355,- / NP € 407,- inkl. Seminarunterlagen digital & Pausensnacks

Nichtmitglieder FB € 615,- / NP € 707,- inkl. Seminarunterlagen digital & Pausensnacks

 

FB = Frühbucherpreis | NP = Normalpreis

Frühbucherfrist: 11.08.2027

Voraussetzungen für die Teilnahme:

Bereitschaft zur Selbsterfahrung

Diskriminierung und soziale Ungleichheiten prägen das Gesundheitswesen und beeinträchtigen die Betätigungsfähigkeit marginalisierter Klient*innen, z. B. durch Umweltbarrieren wie Rassismus oder Armut (PEO-Environment). Ergotherapeut*innen begegnen hier täglich Herausforderungen, die chancengerechtes Handeln erfordern – von der Sensibilisierung bis zur inklusiven Therapieplanung.

Diese zweitägige Fortbildung bietet einen praxisorientierten Zugang zu Chancengerechtigkeit in der Ergotherapie. Neben fundiertem Wissen zu Diskriminierungsmechanismen legt sie besonderen Wert auf Selbsterfahrung und Selbstreflexion: Wie prägen eigene Privilegien unsere Wahrnehmung? Welche kognitiven Verzerrungen beeinflussen unsere therapeutischen Entscheidungen? Und wie können wir Perspektivübernahme üben, um Ambiguitätstoleranz und Empathie zu stärken?

Die Referentin verbindet Theorie, interaktive Übungen und ergotherapeutische Modelle zu einem ganzheitlichen Konzept, das Sensibilität für Diversität schult, chancengerechte Interventionen ermöglicht und Arbeitsplatz-Transfer fördert.

Inhalt
  • Medizinisch-soziale Grundlagen: Diskriminierung im Gesundheitswesen und Evidenzen (PEO-Modell)
  • Begriffe und Konzepte: Anti-Diskriminierung, Anti-Rassismus, Diversity, Chancengleichheit/-gerechtigkeit, Dominanzgesellschaft, Marginalisierung
  • Phasen der Auseinandersetzung mit Diskriminierung (Erkennen, Nachweis, Handeln, Sichtbarmachen)
  • 12 Good-Practice-Kriterien für soziallagenbezogene Interventionen
  • Chancengerechte Therapieplanung: Intersektionale Bedürfnisse und Umweltanpassung
  • Selbstreflexion: Übungen zu kognitiven Verzerrungen, sozialer Wahrnehmung, Perspektivübernahme und Ambiguitätstoleranz
  • Interaktive Lernformate: Rollenspiele, Forum Theater, Privilegien-Check
  • Arbeitsplatz-Transfer: Aktionspläne, Teamdialoge, Barrierenabbau
  • Supervision und Austausch
Ziel

Sensibilisierung für Diskriminierung, Dominanzgesellschaft und Marginalisierung im Gesundheitswesen.

Evidenzen

Österreichischer Gewerkschaftsbund und SORA. (2019). Diskriminierungserfahrungen in Österreich: Erleben von Ungleichbehandlung, Benachteiligung und Herabwürdigung in den Bereichen Arbeit, Wohnen, medizinische Dienstleistungen und Ausbildung. https://www.oegb.at/content/dam/oegb/downloads/studien/Diskriminierungserfahrungen%20in%20%C3%96sterreich.pdf
Moment. (2024, 21. März). Rassismus im Gesundheitsbereich: Erfahrungen und Datenlage. https://www.moment.at/story/diskriminierende-medizin/
Qualitative Studien zur Ergotherapie
Bilgen, Z. (2022). Rassismus in der ergotherapeutischen Praxis. ergopraxis. https://doi.org/10.1055/a-1722-7317
Modellbasierte/theoretische Arbeiten
Law, M., Cooper, B., Strong, S., Stewart, D., Rigby, P., & Letts, L. (1996). The person-environment-occupation model: A transactive approach to occupational performance. Canadian Journal of Occupational Therapy, 63(1), 9–23. https://doi.org/10.1177/000841749606300105
Townsend, E., & Wilcock, A. (2004). Occupational justice and client-centred practice: A dialogue in practice. Canadian Journal of Occupational Therapy, 71(2), 75–87. https://doi.org/10.1177/000841740407100203