Ethisches Leitbild

Ergotherapeut*innen arbeiten nicht nur mit Fakten wie Diagnose, Befund und Therapiemaßnahmen. Jede Arbeit mit Klient*innen hat auch eine "ethische" Dimension. Immer wieder treten problematische Situationen auf, in denen es keine "richtige" oder "falsche" Lösung gibt, sondern nur eine auf Reflexion basierende "Bessere".

Dokumente zur Berufsethik beschreiben die Werte des Berufs und bieten Modelle, wie an ethische Probleme herangeganen werden kann. Die Mitglieder von Ergotherapie Austria erachten folgende Dokumente zur Berufsethik als verbindlich:

Ethisches Leitbild der Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten Österreichs

Das Leitbild soll die Qualität und Professionalisierung des Berufsbandes fördern. Dabei richtet es sich an zwei Zielgruppen: Einerseits soll es der Bevölkerung den Beruf und seine ethischen Grundsätze darlegen. Andererseits soll es den Ergotherapeut*innen ein theoretisches Grundwissen zur Ethik anbieten und ein Hilfsmittel für die Bearbeitung ethischer Problemstellungen im Berufsalltag sein.

Ergotherapeutische Berufsethik des Weltverbandes der Ergotherapeut*innen

Diese Ethik beschreibt das angemessene Verhalten von Ergotherapeut*innen in allen Fachbereichen der Ergotherapie. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mitgliedsverband eine ausführliche Berufsethik formuliert, die seinen Bedürfnissen genau entspricht.

Persönliche Eigenschaften
Ergotherapeut*innen verfügen über ein hohes Maß an persönlicher Integrität, an Zuverlässigkeit, an Offenheit und an Loyalität in allen Aspekten ihrer beruflichen Rolle.

Verantwortung gegenüber Patient*innen
Ergotherapeut*innen begegnen ihren Patient*innen stets mit Respekt und nehmen Rücksicht auf ihre individuelle Situation. Kein*e Patient*in wird aufgrund seiner*ihrer Rasse, seiner*ihrer Hautfarbe, seiner*ihrer Schädigung, seiner*ihrer Behinderung, seiner*ihrer Nationalität, seines*ihres Alters, seines*ihres Geschlechts, seiner*ihrer sexuellen Neigung, seiner*ihrer Religion, seiner*ihrer politischen Überzeugung oder seiner*ihrer sozialen Stellung durch Ergotherapeut*innen diskriminiert.
Ergotherapeut*innen werden Werte, Vorlieben und Möglichkeiten der Teilhabe ihrer Patient*innen stets in Betracht ziehen.
Ergotherapeut*innen garantieren die Wahrung der Vertraulichkeit im Umgang mit persönlichen Daten ihrer Patient*innen und leiten solche Angaben nur mit deren Einwilligung weiter.

Verhalten von Ergotherapeut*innen im Ergotherapeut*innen-Team und im interdisziplinären Team
Ergotherapeut*innen erkennen die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit und respektieren den besonderen Beitrag anderer Berufsgruppen im Team. Der Beitrag der Ergotherapeut*innen zur Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen basiert auf der Betätigungsperformanz, da sie die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen beeinflusst.

Entwicklung von Fachwissen
Ergotherapeut*innen beteiligen sich an der Entwicklung durch lebenslanges Lernen und wenden ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten bei ihrer professionellen Arbeit, die sich auf den besten verfügbaren Nachweis stützen, an.
Ergotherapeut*innen, die sich an Forschung beteiligen, berücksichtigen die betreffenden ethischen Auswirkungen.

Förderung und Entwicklung
Ergotherapeut*innen setzen sich für die Verbesserung und Entwicklung des Berufes ein. Sie sorgen für Förderung und Anerkennung der ethischen Grundsätze der Ergotherapie in der Öffentlichkeit, bei anderen Berufsorganisationen und bei Behörden auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.

(Übersetzung: Herta Dangl, WFOT Delegierte mit Unterstützung von Barbara Dehnhardt und Christiane Kurz-Petschko, Deutschland, in Anlehnung an die Berufsethik des DV 2004)
 

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