Emotionale Resonanz – professionell handeln in komplexen Beziehungssituationen
In der ergotherapeutischen Arbeit, insbesondere im psychosozialen und psychisch-funktionellen Bereich, ist die therapeutische Beziehung oft intensiv und emotional geprägt. Phänomene wie Übertragung und Gegenübertragung sind dabei keine Ausnahmen, sondern ein natürlicher Teil jeder therapeutischen Interaktion. Sie wirken meist unbewusst – und können die Behandlung entweder bereichern oder erschweren. Verstrickungen, Irritationen oder diffuse emotionale Reaktionen können entstehen, wenn wir diese Dynamiken nicht erkennen oder unreflektiert lassen.
Gerade weil es für die Ergotherapie bisher kaum spezifische Konzepte im Umgang mit Übertragungsphänomenen gibt, ist es umso wichtiger, eigene Wahrnehmungen und Reaktionen bewusst zu reflektieren – sowohl im Einzelkontakt als auch im therapeutischen Team. Ziel dieser Fortbildung ist es, Raum für genau diese Auseinandersetzung zu schaffen: fundiert, praxisnah und mit einer wertschätzenden Offenheit für Selbsterfahrung.
Neben theoretischem Wissen zu klassischen und traumatischen Übertragungen werden Übungen zur Selbstwahrnehmung, Reflexion und Fallarbeit angeboten. So können die Teilnehmer*innen eigene Beziehungserfahrungen besser einordnen, typische Dynamiken erkennen und den ergotherapeutischen Auftrag wieder klarer verfolgen.
- Grundlagenwissen zu Übertragung, Gegenübertragung und traumatischer Übertragung
- Bedeutung dieser Dynamiken in der ergotherapeutischen Beziehung
- Selbstreflexion: Eigene Reaktionen, Haltungen und Beziehungsmuster auf Grundlage eigener Werte und Antitypen
- Methoden zur bewussten Wahrnehmung und Bearbeitung von Übertragungsprozessen
- Arbeit mit eigenen Fallbeispielen in geschütztem Rahmen
- Reflexion im Team: Umgang mit Übertragung in multiprofessionellen Kontexten
Diese Fortbildung richtet sich an Ergotherapeut*innen, die ihre Beziehungskompetenz vertiefen, therapeutische Prozesse bewusster gestalten und ihre eigene Rolle im Spannungsfeld von Nähe, Distanz und professioneller Präsenz reflektieren möchten.