Keine Ziele, unrealistische Ziele – wie gelingt Zielarbeit aus systemischer Sicht?
Ziele zu formulieren klingt oft einfacher, als es im ergotherapeutischen Alltag tatsächlich ist. Manche Klient*innen wissen gerade nicht, was sie erreichen möchten. Andere äußern Wünsche, die aus fachlicher Sicht nur schwer erreichbar erscheinen. Häufig spielen zudem Erwartungen von Angehörigen, Ärzt:innen, Institutionen oder Kostenträger:innen eine Rolle – und Zielarbeit wird zu einem komplexen Aushandlungsprozess.
In diesem eintägigen Webinar betrachten wir Zielarbeit in der Ergotherapie aus systemischer Perspektive. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie Ziele entstehen, welche Faktoren sie beeinflussen und welche Rolle Krankheitsverarbeitung, Hoffnung, Unsicherheit, Beziehungsgestaltung und bisherige Erfahrungen dabei spielen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell „richtige“ Ziele zu formulieren. Stattdessen richten wir den Blick auf das, was hinter fehlenden oder unrealistisch wirkenden Zielen stehen kann – etwa Überforderung, Schutz, Anpassung, Trauer oder Angst, aber auch Sehnsucht, Hoffnung und der Wunsch nach einem Stück Normalität.
Gemeinsam erarbeiten wir, wie Ergotherapeut:innen diese Anliegen wertschätzend aufgreifen und in alltagsnahe, tragfähige Ziele übersetzen können. Zielarbeit wird dabei als gemeinsamer Suchprozess verstanden: klar genug, um Orientierung zu geben, und gleichzeitig offen genug, damit Klient:innen neue Handlungsspielräume entdecken können.
- Zielarbeit als Teil ergotherapeutischer Prozessgestaltung
- Systemische Perspektiven auf Zielprozesse in der Ergotherapie
- Einfluss von Gesundheitssystem, Institutionen, Kostenträger*innen und unterschiedlichen Erwartungen
- Krankheitsverarbeitung, Coping, Hoffnung und Zuversicht in der Zielarbeit
- „Keine Ziele“ als mögliche Schutz-, Anpassungs- oder Bewältigungsstrategie verstehen
- Von Wünschen, Anliegen und Sehnsüchten zu konkreten ergotherapeutischen Zielen
- Systemische Fragen und hilfreiche Gesprächsimpulse für Zielgespräche