„Step by Step“ Fähigkeiten aufbauen und Selbstwirksamkeit fördern bei Kindern mit kognitiver Beeinträchtigung/Mehrfachbehinderung
Wenn Kinder mit geistiger oder Mehrfachbehinderung und deutlicher kognitiver Einschränkung zur Ergotherapie kommen, stehen wir vor der Herausforderung, die Entwicklung einzuschätzen, realistische Ziele zu finden und zu benennen und diese auch Schritt für Schritt zu erreichen. Je stärker die Beeinträchtigungen sind, desto schwieriger ist es mitunter, passende Aktivitäten zu finden und Förderziele nachvollziehbar zu erreichen. Wie können wir die Eltern und Bezugspersonen „ins Boot holen“ und eine möglichst förderliche Alltagsgestaltung erreichen? Wie können wir den Kindern das Gefühl der Selbstwirksamkeit vermitteln, auch wenn diese in vielen Bereichen langsam und ungeschickt sind?
- Wo steht das Kind in seiner Entwicklung? Variabilität, Flexibilität und Problemlösung als Marker für kognitive Entwicklung
- Entwicklungshürden identifizieren und Sackgassen erkennen: sensomotorische, kognitive, interpersonale und emotionale Hemmnisse
- Ressourcencheck: Was kann das Kind? Wo können wir aufbauen?
- Was ist der nächste relevante Entwicklungs-Schritt? Realistische Ziele mit den Bezugspersonen definieren und erreichen
- „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“- mit Zeit und Geduld Wachstum ermöglichen, intrinsische Motivation finden
- Passende Aktivitäten finden und variieren: Der Mix aus Wiederholung und Adaption
- Die Eltern ins Boot holen: den Spagat zwischen Erwartung, Hoffnung und Resignation, Förderung und Überforderung bewältigen
- Schwierige Verhaltensweisen deuten und lenken, in ein gedeihliches Miteinander finden
- In kleinen Schritte durch positive Selbstwirksamkeit zum vertieften Spiel, zur Erweiterung von Fähigkeiten und zu einem wertschätzenden, positiven Miteinander
Die Teilnehmer*innen können anhand von Beispielen die Einschränkungen in der Handlungsfähigkeit von geistig/mehrfachbehinderten Kindern bis zum Schulalter erkennen und benennen. Sie können Sackgassen und häufige Entwicklungs-Hürden identifizieren und haben Konzepte, wie Sie einen positiven Entwicklungsweg einleiten und begleiten. Sie Entwicklungsschritte mit ergotherapeutischen Mitteln anregen und fördern, welche zu mehr Selbstwirksamkeit führen. Sie können mit Bezugspersonen den therapeutischen Weg abstimmen und argumentieren. Sie können die Grenzen ihrer Möglichkeiten erkennen und ihre Erwartungen an den Möglichkeiten des Kindes orientieren.