Ergotherapie im inklusiven Kindergarten-Setting
Die Forderung, alle Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen an einer Inklusionsperspektive, die keine Aussonderung akzeptiert, auszurichten, wird durch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und § 24 der UN-Kinderrechtskonvention unterstützt.
So hat auch der inklusive Kindergarten in Österreich als Betätigungsfeld für Ergotherapeut*innen eine Gelegenheit eröffnet, neue Herangehensweisen zu erkunden, zu entwickeln und zu erproben. Daher werden im Seminar verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Ergotherapeut*innen und pädagogischen Fachkräften in inklusiven Kitas dargestellt.
Ergotherapeutische Arbeit in einem Kindergarten bedeutet, Kindern mit einer Einschränkung bestmögliche Partizipation bei allen kindergartentypischen Aktivitäten zu ermöglichen.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind analog zum PEO-Modell (Strong et al. 2009) und MATCH-Ansatz (Zapf 2023; Missiuna et al. 2004) ergotherapeutische Interventionen auf verschiedenen Ebenen möglich.
Themen des Kurses
- Beratung der pädagogischen Fachkräfte, um diese in die Lage zu versetzen, das individuelle Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend zu begleiten/zu fördern und Alltagsbetätigungen an die Fähigkeiten des individuellen Kindes anzupassen. Dazu gehört auch, die Fachkräfte über, mit bestimmten Erkrankungen/Behinderungen einhergehende Stärken und Schwächen des Kindes zu informieren
- Ideen zur Umweltanpassung zusammen mit dem pädagogischen Team zu entwickeln, die die Partizipation von allen Kindern der Gruppe ermöglichen
- Das individuelle Kind in der Teilhabe bei Aktivitäten durch Adaptationen/Erarbeitung von Kompensationsmöglichkeiten o.ä. zu unterstützen.
Im Seminar werden daher sowohl die Grundprinzipien der inklusiven Arbeit in Bildungseinrichtungen, als auch die hier genannten Interventionsebenen erarbeitet und mit Fallbeispielen verdeutlicht.
Spezifische Unterstützungsmöglichkeiten und Beratungsinhalte für Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen (z.B. Kinder mit Körperbehinderungen, Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen) werden vorgestellt.
Die Teilnahme an diesem Seminar wird Denkanstöße und viele praktische Ideen für das ergotherapeutische Arbeiten in Kindergärten zur Unterstützung der Inklusion bieten.
Die Teilnehmer*innen kennen die Grundprinzipien der inklusiven Arbeit in Bildungseinrichtungen. Sie können in der interdisziplinären Zusammenarbeit spezifische Unterstützungsmöglichkeiten und Beratungsinhalte für Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen anwenden.
Evidenzen:
- Baumgarten, A. (2017). Kinder und pädagogische Fachkräfte unterstützen und begleiten. Ergotherapie in der inklusiven Kindertagesstätte. ET Reha 56. Jg. 2017. Nr. 1: 26-30.
- Blum, A., Franken, A., Netzband-Ness, A. & Wirth, P. (2025). Schulbasierte Ergotherapie – ein Leitfaden für die praktische Arbeit. Schulz-Kirchner.
- Wirth, P., Hasselbusch, A. & Blum, A. (Hrsg.)(2024). Schulbasierte Ergotherapie. Partizipation und Inklusion in Bildungseinrichtungen. Hogrefe.
- Baumgarten, A. & Strebel, H. (2025). Ergotherapie in der Pädiatrie, 2. vollst. überarb. und akt. Aufl. Schulz-Kirchner.